Themis (Justitia)
Göttin der Gerechtigkeit und gesetzlichen Ordnung

Gegenstand der Rechtphilosophie*

Rechtphilosophie ist ein Teilgebiet der Philosophie und gleichzeitig aber auch eine Grundlagendisziplin der Wissen-schaft des Rechtes. Sie beschäftigt sich mit den grundlegenden Fragen des Rechtes.

Typische rechtphilosophische Frage-stellungen bzw. Themen sind:

  • Was ist Recht?
  • In welchem Verhältnis stehen Gerechtigkeit und Recht zueinander?
  • Verhältnis zwischen Rechtnormen und sozialen Normen wie Ethik und Moral
  • Wie entstehen Normen des Rechtes?
  • Was ist der Grund fĂĽr Rechtverbindlichkeit?
  • Worauf sollte Recht basieren?
  • Gibt es ein Verhältnis zwischen RechtgefĂĽhl und Recht?

 *Sie vermissen an bestimmten Stellen ein »s« im Wort? Zum Beispiel bei Recht[s]philosophie oder Recht[wissen-schaft]? Legasthenie? Genitivschwäche? Nein, Absicht..! 

Rechtphilosophie, oder Philosophie des Rechtes, ist also die Wissenschaft vom Wesen, von der Idee des Rechtes. Die Wissenschaft vom Rechtbegriffes als solchem in seiner allgemeinen, typischen Bedeutung und von den aus ihm sich ergebenden Folgerungen und Anwendungen, auf Grundlage der Rechtgeschichte, Völkerpsychologie, Soziologie.

Ursprung der Philosophie des Rechtes in der Antike:

In der antiken Philosophie des Rechtes kommen Weltordnung und Rechtordnung aus einem Ursprung (Themis und Dike als ursprĂĽngliche Gottheiten des Rechtes). Hesiod und die Vorsokratiker (Anaximander, Xenophanes, Anaxagoras, Pythagoras, Heraklit) versuchten den Zusammenhang von kosmischer Ordnung und Rechtordnung darzustellen und die Harmonie des göttlichen Logos der Rechtordnung zugrunde zu legen. Die Sophisten (Protagoras, Gorgias, Hippias, Demokrit) orientierten Recht und Gesetz am Menschen und fĂĽhrten damit die bis heute in der Rechtphilosophie wirksame Auseinandersetzung um die Verankerung und BegrĂĽndung des Rechts herauf. Naturrecht wurde von da an zur Gegenposition des menschlichen Zwecken unterworfenen, gesetzten Rechts. Seit Sokrates rĂĽckte die Betrachtung rechter menschlicher Erkenntnis und entsprechenden Handelns (Tugendlehre) in den Umkreis rechtphilosophischen Denkens. Platons Idee der Gerechtigkeit, die alle Erkenntnis leiten und alles Handeln innerhalb der Gemeinschaft ausrichten solle, und Aristoteles’ vom Menschen als Gemeinschaftswesen (Zoon politikon) gewonnene Gesetzes- und Gerechtigkeitslehre wirkten auf die Philosophie des Rechtes der Folgezeit, besonders die Stoa.

Themis (Tochter des Uranos und der Gaia) Göttin der Gerechtigkeit und gesetzlichen Ordnung

Dike (Tochter des Zeus) Göttin der rechten Ordnung

Hesiodos (griechischer Epiker, um 700 v. Chr.) aus böotischem Bauerngeschlecht. Er verfasste als Anleitung fĂĽr bäuerliches Arbeiten das Lehrgedicht Werke und Tage, in dem er zu Arbeit und Gerechtigkeit aufruft, und die Theogonie, die den Ursprung der Götter und die Weltentstehung darstellt.

  • Ionier und Vorsokraten (griechischen Philosophen vor Sokrates)
  • Naturphilosophen (Thales von Milet, Anaximander, Heraklit.),
  • Pythagoräer (Pythagoras und seine Schule),
  • Eleaten (Parmenides, Zenon der Ă„ltere u. a.)
  • die jĂĽngeren Naturphilosophen (Empedokles, Anaxagoras, Demokrit und seine Schule).






Hesiodos (Epiker) Parmenides (Eleat) Thales von Milet (Ionier)